Endlich Kindergarten? – Oder doch lieber nicht?

Heute war der Tag. Ich durfte zur Vertragsunterschrift in den Kindergarten kommen.

Ich fuhr total angespannt los, mein Bauch kribbelte und ich überlegte fieberhaft was denn nun los sei. Was wollte mir mein Körper sagen oder war es tatsächlich einfach nur das Gefühl „Oh mein Gott, mein Baby wird groß?“

Auf der 15 minütigen Fahrt beruhigte ich mich etwas und bin zu der Überzeugung gekommen, dass es an dem ‚großen‘ Schritt lag, den ich mit der Unterschrift gehe. Die Tagesmutter bisher ist greifbar und wir lieben sie. Aber nun ist es tatsächlich soweit und wir melden ihn in den Kindergarten an.

Ich fahre also in den Straße hinein und finde…NICHTS. Keinen Kindergarten. Ich laufe im Kreis und bin wieder einmal heilfroh, dass ich 15 Minuten früher da bin, als geplant. 5 Minuten laufe ich und suche den Kindergarten ohne Erfolg. Bis ich das Navi mal an die Seite lege und einfach die Straße weiter hinaufgehe. Dort auf der anderen Seite der Straße sehe ich, dass die Hausnummern dort nochmal wiederholt werden. Ich gehe weiter und finde nach wenigen Metern tatsächlich den Kindergarten. Ich war vorher nur in die falsche Richtung gelaufen. Ich musste über mich schmunzeln und mir wurde wiederholt bewusst, dass man sich nicht immer an die Technik festhalten sollte.

Ich stehe nun vor dem Kindergarten, dem Träger unseres neuen Waldkindergartens und gehe hinein. Sofort höre ich wirres Kindergebrabbel, sehe Kinder ihre Brotzeit machen, spielen und toben. Aber keines der Kinder brüllt, weint oder jammert. Ich bin positiv überrascht, habe ich es doch schon anders erlebt.

Die Leiterin bittet mich in ihr Büro und wir reden ein wenig über den neuen Lebensabschnitt meines Sohnes. Waldkindergarten – Was bedeutet das für meinen Sohn? Ich bin aufgeregt und hoffe, dass es die richtige Entscheidung ist. Als wir vor einem halben Jahr schnuppern durften, war es schon klasse und Junior hatte seinen Spaß.

Und während des Gesprächs habe ich erstmals einen Kindergarten erlebt, der sich um das Wohl der Kinder bemüht, indem jede(r) Erwachsene sich auf Augenhöhe mit den Kindern unterhält. Kinder dürfen die Regeln im Kindergarten mitbestimmen. Und sie bestätigte mir, dass die Waldkinder, die Erzieherinnen und die Eltern das alles nochmal ein Stück weiter leben und erleben.

Wakd

wald

wald1

Ich verlasse den Kindergarten mit einem Lächeln auf den Lippen und mir stehen Freudentränen in den Augen. Denn die Hoffnung, dass es so einen Kindergarten gibt, hatte ich schon aufgegeben und bin direkt in den Waldkindergarten gegangen. Aber, selbst wenn der Waldkindergarten nicht klappen sollte (wovon ich nicht ausgehe), gibt es jetzt eine Alternative die ich sehr sehr gut finde.

Bücher zum Thema:

Der Waldkindergarten: Dimensionen eines pädagogischen Ansatzes*


*Der Link verweist zu einem unserer Partner. Wenn du dort bestellst unterstützt du meine Arbeit und mein Projekt ohne, dass du zusätzliche Kosten hast.

Posted in Aus dem Leben, Blog and tagged , , , .

Kommentar verfassen